Warum ist der Tod schwarz?

Tod und Trauer werden heutzutage noch immer dunkel, böse und stillschweigend angesehen. Menschen meiden das Thema, da von unserer Gesellschaft aus gelehrt wird, dass der Tod und die Trauer etwas ganz Schreckliches sind. Beerdigungen sind schwarz und in Stummheit gehüllt. Keine lustigen Erinnerungen, keine Ausschmückung der Trauerhalle. Aus Angst, Andere denken man trauert nicht genug.




Wenn ein geliebter Mensch von uns geht, egal wie jung oder alt, ob krank oder aus dem Leben gerissen, obliegt man dem sofortigen Schock-Moment und weiß von da an nicht mehr, wie es weitergehen soll.

Es durchbricht jede Phase, egal wie lang die einzelnen Phasen sind.

Aber erst spät fängt es bei den meisten Menschen an, dass sie sich den schönen Erinnerungen hingeben und akzeptieren. Das Wort Akzeptanz wird in der Trauer auch als etwas Negatives angesehen, denn wenn man akzeptiert hat, ist man wohl darüber hinweg.

Man versetzt sich automatisch in die Lage, nun für immer schmerzlich trauern zu müssen und denkt vor allem, nie wieder lachen zu dürfen, Spaß zu haben, das eigene Leben zu genießen.

Natürlich hat es viel mit dem Wesen, der Offenheit oder Verschlossenheit, dem Willen der Person zu tun, die zurückbleibt. Jeder darf absolut tieftraurig sein, denn einen wundervollen Menschen nicht mehr an seiner Seite, in seinem Leben zu haben, ist unfassbar tragisch. Aber das darf es nur für den Moment des Verlustes sein. Man darf schreien, weinen, jeden hassen, nicht mehr weiterwissen, das eigene Leben in Frage stellen, aber nur für einen kurzen Moment.


Welchen Sinn macht das Leben danach?


Denn das ist nicht der Sinn des eigenen Lebens, welches weitergeht! Es ist auch nicht der Wille des gegangenen Menschen! Sollte man nicht lieber dankbar für die Zeit sein, die man mit diesem Menschen hatte, egal wie lang? Der Person damit gerecht werden?

„Er/Sie hätte das nicht gewollt!“ ist keine Floskel. Niemand muss auch jemals loslassen, denn genau dieses Wort versetzt die meisten Menschen in eine Art Trauerpanik und umso schlimmer wird der Schmerz. Nein, loslassen muss man niemals. Doch der Tod des geliebten Menschen muss umgewandelt werden in eine Art „Jetzt erst recht, für mich und für sie/ihn!“, in Dankbarkeit, dass man DIE Person an der Seite sein durfte, um alles erlebte mit demjenigen teilen zu dürfen. Ja, DU darfst das bleiben, was und wer DU vorher warst. Man hat den besten Schutzengel, den man kriegen kann. Mit der geliebten Person kann einem nichts mehr passieren- das sollte man nicht nur vorher denken, sondern auch danach. Lebensbejahend die Trauer in und an die Hand nehmen, denn irgendwas hat entschieden, dass man selbst noch am Leben ist. Der Tod des geliebten Menschen soll doch nicht umsonst gewesen sein, oder?! Deshalb ist es so wichtig, sich als eigene Person nicht zu vergessen, denn „das hätte er oder sie“ nicht gewollt.

Niemals passiert einfach irgendetwas einfach so. Aus dieser Aussage muss man sich die neue Kraft schöpfen, um zu sagen - ich leite was aus dem Tod ab und erfülle es mit einer Aufgabe.





Meine Aufgabe nach dem Tod meines Mannes war mir sofort klar. Den Tod und die Trauer von schwarz in bunt umzuwandeln. Die Verabschiedung ein Fest werden zu lassen und die Menschen wieder zurück ins Leben zu holen.

Deshalb habe ich entscheiden mich als Trauerbegleiterin auszubilden.


Meine neue Reise beginnt jetzt!



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